Kräuterkunde: Einjähriges Berufkraut - Erigon annuus

Published on HivePostify by @charlissy · Tue Aug 18 2026

Systematik - Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta - Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma - Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona - Unterklasse: Asternähnliche Asteridae - Ordnung: Asternartige Asterales - Familie: Korbblütler (Aseraceae) - Unterfamilie: Asteroideae - Gattung: Berufkräuter (Erigon/früher: Conzya) - Art: je nach Quelle 200 - 734 Arten; 9 davon in Europa; davon 4 Arten die ausschließlich heimisch in Bayern sind - Striegelhaariges Berufkraut (Erigon strigosus) - Kanadischer Katzenschweif (Erigon/ conyza canadensis) (ähnliche Heilwirkungen, kann genauso verwendet werden; schmalere Blätter, grüne Färbung der Blütenkörbchen) - Verkanntes Berufkraut (Erigeron neglectus) - Einköpfiges Berufkraut (Erigeron uniflorus) - Alpen-Berufkraut (Erigeron alpinus) - Drüsiges Berufkraut (Erigeron atticus) - Scharfes Berufkraut (Erigeron acer) - Spanisches Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus) - Prächtiges Berufkraut (Erigon speciosus) - Weißliches Berufkraut (Erigon sumatrensis) - Strand-Berufkraut (Erigon glaucus) - Feinstrahlaster (Erigon x cultorum)

Die Berufkräuter erhielten ihre eigene Pflanzengattung erstmals 1753 vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné, der es in seinem "Species Plantarum" beschrieb.

Striegelhaariges:

Katzenschweif:

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Volkstümliche Namen - Feinstrahl - Jähriger Schmalstrahl - Weißes Berufkraut

Englisch: Fleabane, Eastern Daisy Fleabane Chinesisch: Yinianpeng

Namensherkunft Den Namen Berufkraut hat die Pflanze von "Berufen", "Beschreien", "Beschwören", "Verhexen" und stammt aus dem Volksglauben. Dies sind alte deutsche Wörter, und bedeuten "hexen oder magische Kräfte herbeirufen". So sollen sie vor übler Nachrede und bösem Zauber schützen, sowie die Heilwirkungen "berufen" werden. Auch wurde sie eingesetzt gegen böse Geister und Krankheiten. Deswegen wurde es oft um Häuser und auf Felder gepflanzt um vor negativen Einflüssen zu schützen. Auch wurde es in Ritualen und Segnungen verwendet. Wer verhext wurde oder von einem bösen Zauber erkrankt, der solle laut Aberglaube mit dem Sud des Berufskrautes gereinigt werden, wodurch die Krankheit auf die Pflanze überging.

Der Gattungsname "Erigeron" hat seine Herkunft aus dem Griechischen. "Eri" = "früh"; oder "erig" = "wollig" "geron" = "Greis" Somit setzt sich das Wort zu "früher Greis" oder "wolliger Greis" zusammen. Dies könnte eine Anspielung auf das schnelle Verblühen und den schnellen Wuchs der weißen Flugschirmchen hindeutet, die wie graue Haare eines Greises aussehen.

"Annus", der Artenname", bedeutet "einjährig".

Der volkstümliche Begriff Feinstrahl kommt von seinen zahlreichen feinen Blütenblättern (50-125 pro Köpfchen).

Seinen englischen Namen "Fleabane", bedeutet "Floh-Vertreiber"/"Floh-Verbanner", verdankt er sein Anwedungsgebiet, dass er Ungeziefer bekämpfen kann.

Mythologie/Geschichte Bei uns ist er als Zierpflanze ums 18. Jhd eingeschleppt worden und gilt seitdem als ein invasives Unkraut, da er keine natürlichen Fressfeinde hat. Somit verdrängt er andere heimische Pflanzen. (Die Natur reguliert sich selbst. Meiner Ansicht nach sind "invasive" Kräuter lediglich Kräuter, die durch die Eiszeit in unserem Gebiet ausgestorben sind und nun zurückkehren. Die Natur passt sich daran an und die natürliche Fressfeinde werden genauso zurückkehren.) Die nordamerikanischen indigenen Ureinwohner setzten den Feinstrahl vielfältig sein. Sie nutzten ihre adstringierende Wirkung, sowie als Diuretikum. So wurde Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen behandelt. Die Kräuterkunde des Mittelalters fand nachziehend auch Verwendung für das Kraut, und es wurde ebenso in Klostergärten kultiviert. In der Volksheilkunde Europas wird ihm schleimlösende und harntreibende Wirkung nachgesagt, doch die Anwendung ist rar. Es ist eher als Hausmittel bekannt, da die Heilwirkungen eher mild sind, weswegen er auch sehr in Vergessenheit geraten ist. Doch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt den Feinstrahl schon lange.

Der Volksglaube besagt, dass Berufkräuter gegen böse Zauberei helfen kann. So hat man Kleinkinder, die vom Bösen Blick getroffen wurden, in einem Bad mit Sud aus Berufkraut gelegt. Wenn Babys viel schrien, nahm man an, dass sie beschrien wurden. Es war ein bewährtes Schutzkraut für Kinder in damaliger Zeit in Teilen Mitteleuropas. Menschen, die physische Auffälligkeiten aufweisen, also als "verrückt" gelten, sollen das Kraut auf die Stirn legen oder unter dem Hut tragen.

Unter dem Bösen Blick verstand man Neid, falsche Freundlichkeit anderer Menschne, Nachreden, übertriebene Überschwänglichkeit. Heutzutage ist es mit Mobbing gleichzusetzen. [Ehrenpreis](https://peakd.com/hive-121566/@charlissy/krauterkunde-wald-ehrenpreis-veronica-officinialis) hilft auch dagegen.

Nicht nur böse Geister soll es abwehren, auch den unerwünschten Liebhaber kann es auf Abstand halten. Doch auch wurde es als Liebeszauber genutzt um Menschen anzuziehen. Zum Schutz vor Verwünschung hat man ein Sträußchen des Berufkraut an Türen oder Stallungen gehangen. Es galt also als Gegenmittel vor Verzauberung. Um die Krankheit von den Menschen auf die Pflanze zu übertragen, machte man sich entsprechende Sprüche zu Nutze.

Um Alpträume abzuwehren legt man das Kraut in alten Bräuchen unter das Kopfkissen.

In der Magie wurde das Einjährige Berufkraut auch verwendet um Hindernisse zu überwinden.

Symbolik - Beständigkeit - Ausdauer - Geistige Reinheit - Abschirmung/Abgrenzung

Da er auch bei schwierigen Bedingungen gedeihen kann.

Räucherung - Schlechte Energien loslassen

Chakrenverbindung - Wurzelchakra: Erdung - Stirnchakra: Geistige Klarheit

Hilft dabei sich von energetischem Ballast und Fremdeinflüssen zu lösen, sowie eigene Grenzen klarer zu ziehen.

Inhaltsstoffe - ätherisches Öl (mit Komponenten wie Beta-Elemen, Beta-Eudesmal, Alpha-Cadinol, Lachnophyllum Ester, Matricaria Ester, Phenole und Säuren in den Wurzeln) - Limonen - Pinen - Campher - Citronella (während der Blüte gesammelte Kraut hat diesen Stoff) - Linalol (während der Blüte gesammelte Kraut hat diesen Stoff) - Apigenin (Steigerung des Wohlbefindends, beruhigend, entspannend, entzündungshemmend, antioxidativ) - Apigenin 7-o-Beta-D-Glucuronid - Acetylene (pilzhemmend) - Bitterstoffe - Cumarine - Cholin - Daidzein - Gerbstoffe - Gerbsäure - Flavone (Apigenin) - Flavonoide (herzschützend, kapillarstabilisierend) - Quercetin - Kaempferol - Kaffeesäure - Phenolcarbonsäuren - Sesquiterpenlactone - Sterole (z.B. Beta-Sitosterol Glucosid (Phytosterol) (ähnelt dem Östrogen)) - Saponine (natürliche Glykoside) (in hohen Dosen toxisch, in geringen heilwirkend: immunstärkend, cholesterinsenkend) - Triterpene - Ursolsäure - Oleanolsäure - Terpene - Tannine (adstringierend) - Polysaccharide - Polyacetylenen - 3-Hydroxy-Pyran4-one

Wirkungen - antioxidativ - adstringierend (Heilkunde) - antimikrobiell - antibakteriell (Gerbstoffe) - antirheumatisch - beruhigend - blutstillend - blutverdünnend (Cumarine) - darmberuhigend (Gerbstoffe) - entzündungshemmend - entspannend - entschlackend - fungizid - harntreibend (Heilkunde) - herzschützend - kräftigend - krampflösend (Cumarine) - kapillarstabilisierend (Flavonoide) - leberstärkend - nierenanregend - photosensibilisierend (kann auftreten, muss nicht) (Cumarine) - schweißtreibend (Heilkunde) - schleimlösend (expektorierend) - tonisierend (Heilkunde) - wundheilungsfördernd - verdauungsfördernd (Ätherische Öle)

Anwendungsgebiete - Arthritis - Atemwegsentzündungen - Blasenentzündungen - Durchfall - Erkältungen - Ekzeme - Entwässerung - Fieber - Frauenheilkunde: Fruchtbarkeitsfördernd - Gicht - Gallenbeschwerden - Husten - Halsentzündung - Hautregeneration (Bäder, Aufguss) - Insektenstiche - Leberbeschwerden - Magen-Darm-Beschwerden - Mundschleimhautentzündungen - Menstruationsbeschwerden - Nasebluten - Ödeme - Rheumatische Erkrankungen - Rekonvaleszenz - Stärkung des Wohlbefindens - Typhus - Verletzungen (kleine) - Wechseljahresbeschwerden (wegen der Beta-Sitosterol) - Zahnfleischentzündungen (mit Tee gurgeln)

Anwendungsbeispiele - Aufguss - Bäder - Cremes - Dekoration, die Blüten auf Suppen, Salate, Desserts - Extrakte aus den Wurzeln (gegen Entzündungen) - Pesto - Quak - Räucherung - Salat - Smoothie - Salben - Tee

verwendete Pflanzenteile - Kraut (Blätter und Triebspitzen) - Blüten - Wurzeln (werden kulinarisch nicht benutzt, zu fasrig)

Merkmale - Wuchseigenschaften: krautig, aufrecht, verzweigt, Pionierpflanze (lockert den Boden für nachfolgende Pflanzen), ein- oder mehrjährig, immergrün - Wuchshöhe: 25 cm bis 110 cm (standortabhängig auch bis 150 cm) - Wuchsbreite: 10 - 30 cm - Boden: lichtig, nährstoffreich, feucht bis trocken, durchlässig bis lehmig - Wurzel: ausgeprägte Pfahlwurzel (bis zu 1 Meter tief) - Stängel: aufrecht, oft nur sehr schütter und überwiegend kurz, selten auch dicht und abstehend behaart; Seitenäste oft länger als der Hauptstängel - Blätter: als Erstes bildet sich eine Rosette, ungeteilt, grob gezähnt; Grundblätter gestielt, breit-eiförmig; Stängelblätter lanzettlich, wechselständig, unten 3-6 cm lang, 1,5-2,5 cm breit, aufeinmal in langen Stielen geschmälert, grob gezähnt, oberen kürzer und schmäler, sitzend, zum Teil deutlich gezähnt; verwelken oft schon zur Blütezeit - Blüten: zart-lila, rosaviolett bis weiß, Zungenblüten sind kaum länger als die Rohrenblüten; Körbchen 1,5 - 2 cm im Durchmesser, Hüllblätter undeutlich mehrreihig, Zungenblüten undeutlich zweireihig; Scheibenblüten zwittrig, röhrig, gelb; Blütenköpfe erinnern an Astern; strahlenförmig, radiärsymmetrisch - Früchte: Achänen (Nussfrüchte) mit haarigem Pappus (Flugschirmchen); Samen sehen Flöhen ähnlich; pro Pflanze 25.000 Samen oder mehr - Vermehrung: über Samen ohne Befruchtung per Wind; Fortpflanzungsform: Apomixis (erzeugt Pflanzen, die genetisch absolut identisch sind) - Geschmack: würzig und bitter, erinnert an Gänseblümchen oder Rucola

Vorkommen - Ursprünglich Nordamerika Neophyt in: - Europa - Kaukasus - China - Korea - Neuseeland - Panama - Nicaragua

Fundorte - Auwälder - Autboahnstreifen - Abbauflächen - Ackerflächen - Baustellen - Baugruben - Bahngleise - Felder - Flachdächer - Feuchtwiesen - Gärten - Gewerbefläche - Mülldeponien - Parkplätze - Schutthalden - Straßenränder - städtische Grünflächen - Ufer von Flüssen und Bächen - Wiesen - Weiden - Waldlichtungen

meist in Nachbarschaft mit der Riesengoldrute.

Sammelhinweise - Blütezeit: Juni - Oktober - Sammelzeit: Juni - September - Insekten: Futterpflanze für Nager, also Kaninchen und Meerschweinchen. - Schädlinge: Keine natürlichen Fressfeinde, da sie eine invasive eingeschleppte Pflanze aus Amerika ist. - Nebenwirkungen: Wenn man eine Allergie gegen Korbblütler hat, sollte man auf die Pflanze verzichten. Eine Allergie kann man testen, indem man das Kraut anfasst und an der Stelle eine Rötung oder Juckreiz entsteht. Auch sollten Schwangere und Stillende vorher Rat bei einem Arzt einholen.

Verwechslungsgefahr! - Astern - Mageriten - Kamillen (Blätter hängen und sind fiederteilig) - [Gänseblümchen](https://peakd.com/hive-121566/@charlissy/krauterkunde-ganseblumchen-bellis-perennis-l) - anderen Berufkräutern

Quellen: [1](https://www.heilpraxisnet.de/heilpflanzen/einjaehriges-berufkraut/) [2](https://krautgeschwister.de/2024/08/11/feinstrahl-heilpflanzenportrait/) [3](https://naturlexikon-bayern.de/lexikon/pflanzen/blumen/berufkraut/) [4](https://rohkost-wiki.de/Berufkraut,einj%C3%A4hriges) [5](https://pflanzenheilkräfte.de/heilkraeuter-von-a-z/berufkraut.html) [6](https://www.vitaes.de/berufskraut-wirkung-anwendung-wirkstoffe-der-pflanze/) [7](https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-kraeuter-a-z/uebersicht-pflanzen-a-g/berufkraut-einjaehriges/) [8](https://medlexi.de/Einj%C3%A4hrigesBerufkraut) [9](https://supernahrung.com/einjaehriges-berufkraut/) [10](https://gesundpedia.de/Einj%C3%A4hrigesBerufkraut) [11](https://heilkraeuter.de/lexikon/einjaehriges-berufkraut.htm) [12](https://www.bauabenteuer.de/berufskraut/) [13](https://www.garten-held.com/berufkraut/) [14](https://www.naturadb.de/pflanzen/erigeron-annuus/) [15](https://www.naturadb.de/pflanzen/gattung/berufkraeuter/) [16](https://kraeuter-kraft.at/berufkraut/)

Hinweis ! Bei Verbesserungsvorschlägen, Fehlern und Inspirationen bitte ich um Korrektur. Der Beitrag ist nicht vollständig und es ist noch lange nicht alles über diese Pflanze gesagt. Dieser Beitrag dient nicht als Heilversprechen, sondern als Zusammenstellung, was ich über die Pflanze im Internet finden konnte. Wenn du die Pflanze einnimmst, bedeutet es nicht, dass du automatisch von all deinen Krankheiten befreit bist, doch du kannst sie als Begleitmittel nutzen und um dich wieder mit der Natur zu verbinden.

Da ich für Eigenverantwortung bin, wünsche ich mir, dass ihr euch selbst informiert, wenn ihr eine Pflanze einnehmen wollt, und nicht nur auf diesen Beitrag vertraut, sondern euren eigenen Weg findet mit der Natur zusammenzuarbeiten.

Dann wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Reise mit der Natur :)

charlissy

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