Kräuterkunde: Kleinblütiges Knopfkraut - Galinsoga parviflora
Published on HivePostify by @charlissy · Thu Sep 03 2026
Systematik - Familie: Korbblütler (Asteraceae) - Gattung: Knopfkräuter (Galinsoga) - Art: etwa 20 - Zottiges Franzosenkraut /Behaartes Knopfkraut
Volkstümliche Namen - Franzosenkraut - Gartenpest - Gänseblümchenkraut - Hühnerkraut - Karlsruher Unkraut - Kleinblütiges Knopfkraut - Kleines Mädchenkraut - Lateinamerikanisches Unkraut - Scheißkraut - Teufelskraut - Unkraut-Wegwarte
französisch: "Russenkraut" englisch: Gallant Soldier, Kew Weed, Potato Weed, Soldiers of the Queen
Namensherkunft Den lateinisch, wissenschaftlichen Namen der Gattung Galinsoga ist nach dem spanischen Arzt, Leibarzt des spanischen Hofes, und Intendant des Königlichen Gartens in Madrid, (Ignacio) Mariano Martinez de Galinsoga (1766-1797), benannt. Der Mann war der Gründer des Madrider Gartens. "parvivlora" = kleinblütig, lat. "parvus" = klein, lat. "florus" = blütig Die Erstbeschreibung des Krautnamens erfolgte durch den spanischen Botaniker Antonio José Cavanilles (1745-1804).
Den volkstümlichen Namen Franzosenkraut erhielt die Pflanze deswegen, weil es zur selben Zeit in die europäischen Gärten eingeschleppt wurde, wie die Franzosen während den napoleonischen Kriegen Deutschland überrannt haben. Sie gilt heute als sehr invasiv, genauso wie die Franzosen die Deutschen überfallen haben.
Den Namen "Knopfkraut" verdankt die Pflanze ihrem Erscheinungsbild. Denn die kleinen Blüten ähneln den Knöpfen der französischen Soldatenuniform.
In Kolumbien wird das Kraut "Guasca" genannt und gehört zu den Nationalgewürzen. Sie ist in der kolumbianischen Küche Teil des traditionellen Hühner-Kartoffel-Eintopfs mit dem Namen "Ajiaco de Bogotá".
Mythologie/Geschichte Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Kleinblütige Knopfkraut aus Südafrika/Südamerika (es wird darüber gestritten) nach Europa von Pflanzenliebhabern eingeschleppt. Seitdem verbreitet es sich rasant, weshalb es heute als Unkraut abgestempelt wurde. Wegen der kurzen Bekanntheit in der westlichen Medizin ist die Pflanze kaum in Kräuterbüchern aufgezeichnet. Doch Erwähnung findet es in früheren botanischen Schriftwerken, wie z.B. in der Flora Batava von Jan Kops (1807), worin es auch gezeichnet ist. Der erste schriftliche Nachweis des Bestehens der Pflanze ist auf dem Jahre 1785 im Botanischen Pariser Garten. Auch heißt es, dass das Knopfkraut bereits 1776 in Botanischen Garten in London angepflanzt wurde. Berichten zufolge erschien das Kräutlein das erste Mal in Deutschland um etwa 1797.
Den Beinamen "Karlsruher Kraut" hat das Kraut deswegen im 19. Jhd bekommen, da die Pflanze sich aus dem Garten des Karlsruher Professor "Karl Christian Gmelin" verbreitet hat. Deswegen erhält dieser Professor bis heute noch Ablehnung. Allerdings gibt es auch Vermutungen, dass das Pflänzlein schon im Jahre 1798 aus Liebhabergärten von "Vegesack" und botanischen Gärten Berlins (wahrscheinlich uum 1806/1807) sich ausbreitete. Wobei gleichzeitig es heißt, dass sie bereits 1802 in Berlin kultiviert wurde. Von dort aus verwilderte es sich über ganz Europa.
In (westlichen) Südamerika ist die Pflanze beliebt als Stärkungsmittel, und Hausmittel bei allerlei Magen- und Darmerkrankungen, wie auch zur Wundheilung Verwendung gefunden wird. Vermutlich haben die Indianer es mit dem Mais als Unkraut verschleppt. Denn die Samen bleiben mit ihren rauen Pappus überall hängen, weswegen es durchaus auch an den Füßen der französischen Soldatenn hätte hängen können.
Symbolik - für verstricktes Verhältnis vom Mensch zur Natur - zeigt Wichtigkeit auf einen Schritt zurückzutreten um dann Pflanzen in historische und kulturellen Bezug zu betrachten - Bescheidenheit - Widerstandsfähigkeit
Inhaltsstoffe - Ätherische Öle (antibakteriell, beruhigend, entspannend) - Alkoholverbindungen - Antioxidantien - Alkaloide - Bitterstoffe - Chlorophyll - Carotinoide - Dehydro-Falcarinon (in der Wurzel) - Eisen (angeblich 2. höchster Eisengehalt unter allen heimischen Wildkräutern) - Eiweiß - Flavonoide (antioxidativ, entzündungshemmend) - Quercetin - Luteolin - Gerbstoffe - Kohlenhydrate - Kalzium (Knochengesundheit, Elektrolythaushalt-verantwortlich) - Kalium (Knochengesundheit, Elektrolythaushalt-verantwortlich) - Kaffeesäurederivate (hautschützend, hautheilend) - Lektine - Mangan (wichtig für den Fettstoffwechsel) - Mineralstoffe - Magnesium (sehr hoher Gehalt, dass es sogar gegen Muskelkrämpfe helfen kann) - Oxalsäure - Phosphor - Pflanzensterine - Proteine - Phenolsäure - Saponine (immunabwehrend, schleimlösend) - Schleimstoffe - Triterpene - Vitamin - A - B2 - C (wundheilend, immunstärkend) (hoher Anteil) - Zink
Wirkungen - antibakteriell - antimikrobiell - adstringierend - antioxidativ - antihyaluronidas (Schutz vor Abbau des körpereigenen Hyaluron) - beruhigend - bakterienhemmend - blutreinigend - blutdruckregulierend, blutdrucksenkend - diuretisch - entspannend - entzündungshemmend (durch Hemmung der Prostaglandinsynthese) (Volksmedizin) - entgiftend - hautschützend - hautberuhigend - immunstärkend - kräftigend - leberreinigend - pilzhemmend - stoffwechselimulierend - schleimlösend - schmerzlindernd (durch Hemmung der Prostaglandinsynthese) (Volksmedizin) - verdauungsfördernd - wundheilungsfördernd
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Anwendungsgebiete - Akne - Anämie - Appetitlosigkeit (wegen verdauungsfördernder Wirkung) - Arthritis - Bauchschmerzen (Blätter und Blüten als Tee, v.a. in Brasilien so angewendet) - Bluthochdruck - Bronchialleiden (Tee) - Darmentzündungen - Erkältung - Ekzeme - Entgiftung - entzündete Pickel - Grippe - Gliederschmerzen (wegen schmerzlindernder Wirkung) - Hemmung des Wachstums von kranken Zellen - Husten (Tee) - Harnwegsinfektion - Hautprobleme, Hautirritationen - Insektenstiche - Kopfschmerzen (wegen schmerzlindernder Wirkung) - Leberstärkung bzw Lebererkrankung - Magen-Darm-Beschwerden - Muskelverspannungen (wegen Ätherischen Öl) - Pilzinfektion - Rekonvaleszenz - rissige Haut - Schleimhautentzündung - Stoffwechselstörungen - Stärkungsmittel - Wundheilung - Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall, Reizdarmsyndrom - Zahnprobleme
Um die Wirkung zu verstärken, kann man es mit Brennnessel und Löwenzahn einnehmen. Gegen Verdauungsbeschwerden und Hautproblemen mit Schafgarbe und Kamille.
Anwendungsbeispiele - Creme - Eintöpfe - Gemüseersatz (auch gedünstet) - Gewürz, Guasca in Kolumbien als Nationalgewürz - Kompressen - Kräuterquark - Ölauszug - Pesto - Suppe (erst kurz vor Ende Kraut hinzufügen) - Salat - Smoothies - Säfte - Spinat-Ersatz - Salbe - Tee - Tinktur - Umschläge
für Hautprobleme eignen sich mit dem Franzosenkraut der Lavendel, Ringelblume, Spitzwegerich und Kamille.
verwendete Pflanzenteile - junge Blätter - Triebe - zarte Stängel - Samen
Merkmale - Wuchseigenschaften: Lichtkeimer, Warmkeimer bei 20 Grad, einjährig, Lebenszyklus von oft weniger als 40 Tagen, 3-4 Generationen pro Jahr, erfriert beim 1. Frost; krautig, im oberen Teil fein und dicht behaart - Wuchshöhe: 10 . 50 cm - Boden: sandig, lehmig, stickstoffreich, frisch, warm, nährstoffreich - Wurzel: flach oder bis 80 cm tief, fein, hell- bis dunkelbraun - Stängel: mit zunehmenden Alter fasrig, aufrecht, ründlich, starke Behaarung welche von oben nach unten zunimmt, oberhalb verzweigt - Blätter: eiförmig, leicht gezähnt, weich, gegenüberstehend, untere Blätter mit Blattstiel & obere ohne, Blattspreite oval bis länglich, scharfe Spitze - Blüten: Korbblüten, locker traubiger Blütenstand, weiß-gelb, Röhrenblüten, deutlich getrennte 4- 5 Zungenblüten bzw Kronblätter, jedes Kronblatt 3 Zipfel, gelbe Mitte, ganze Blüte 5-8 mm groß, langer achselständiger Blütenstiel - Früchte: reifen nacheinander an, hohe Samenmenge von 6.000 bis 100.000, einzelne Berichten besagen 250.000 - 300.000 Samen, Achänenfrüchte mit Pappus, je Achäne nur ein Samen, Ssmen frosthart und bis zu 10 Jahre keimfähig; Frucht der Scheibenblüten: schwarz, eiförmig, Frucht der Sandblüten: stumft, dreikantig, glatt - Bestäubung: nicht durch Insekten, sondern Selbstbestäuber - Vermehrung: Selbstaussaat, durch Wind und Tiere (wegen kleinen Haken am Samen) - Geschmack: fast wie Feldsalat, bisschen wie Gurke - Duft: neutral ?
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Vorkommen ursprünglich Südamerika: Kolumbien oder Peru oder Mexiko oder aus Südafrika
Standort sonnig bis halbschattig - Ackerflächen - Brachflächen - Gärten - Gartenhäuser - Hecken - Hackfruchtäckern - landwirtschaftliche Felder - Parkanlagen - Schuttplätze - Unkrautflure - Wiesen - Weiden - Wegränder
Sammelhinweise - Aussaatzeit: Anfang Mai - Mitte Juli - Blütezeit: Juli - September - Erntezeit: Mai - November - Fruchtreife: 3 Wochen nach der Blüte - Insekten: Nagetiere (z.B. Kaninchen), Pferde und Schildkröten essen die Pflanze auch gern. - Gefährdet?: Nein. Nicht geschützt. - Nebenwirkungen: Bei Allergien Vorsicht walten, sowie in der Stillzeit und Schwangerschaft. Selten gibt es Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden. Eine Überdosierung kann Erbrechen, Übelkeit und Durchfall verursachen. Seltens kann es bei zu hohen Genuß des Krauts auch die (bereits vorhandene) Autoimmunerkrankung verschlechtern. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich, vor allem mit blutverdünnenden und Immunsuppressiva.
Verwechslungsgefahr! - Vogelmiere - Kletten-Labkraut - Greiskraut (Senecio) (blüht gelb, giftig!) - Salbei - Leberbalsam
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Quellen: t.me/vaterlaendischerweiberbund [1](https://www.kostbarenatur.net/anwendungen-und-inhaltsstoffe/franzosenkraut-kleinbluetiges-knopfkraut/) [2](https://www.gesundgelaunt.de/franzosenkraut-heilwirkung-hautpflege/) [3](https://krautgeschwister.de/2024/07/09/franzosenkraut-heilpflanzenportrait/) [4](https://schoepferinsel.com/kraeuterwissen/franzosenkraut-wirkung-anwendung/) [5](https://mein-kraeuterkeller.de/franzosenkraut-im-oktober-nicht-ausreissen) [6](https://www.plantura.garden/kraeuter/franzosenkraut/franzosenkraut-pflanzenportrait) [7](https://houlihealth.de/2024/07/01/franzosenkraut-eine-vielseitige-heilpflanze/) [8](https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Franzosenkraut.html) [9](https://kunst-und-kraeuter.at/franzosenkraut-heilpflanze-mit-vielseitiger-wirkung/) [10](https://www.heilwiese.com/wildkr%C3%A4uter/franzosenkraut/) [11](https://blumen-natur.de/franzosenkraut/) [12](https://susanna-komischke.de/pflanzenwiki/index.php/Franzosenkraut(Galinsogaparviflora)) [13](https://vonderwieseindiekueche.jimdofree.com/kr%C3%A4uterlexikon/franzosenkraut/) [14](https://www.patty-sue.de/ernaehrung/pflanzen/f/franzosenkraut/) [15](https://geschesanten.com/franzosenkraut-eine-pflanze-mit-ueberraschender-verquickung-in-der-europaeischen-geschichte/) [16](https://www.silkeleopold.de/franzosenkraut-ein-wildkraut-mit-geschichte/) [17](https://kräutervielfalt.info/franzosenkraut/) [18](https://www.helpster.de/franzosenkraut-ein-vielseitiges-un-kraut227119) [19](https://nesstone.de/franzosenkraut/)
Hinweis! Bei Verbesserungsvorschlägen, Fehlern und Inspirationen bitte ich um Korrektur. Der Beitrag ist nicht vollständig und es ist noch lange nicht alles über diese Pflanze gesagt. Dieser Beitrag dient nicht als Heilversprechen, sondern als Zusammenstellung, was ich über die Pflanze im Internet finden konnte. Wenn du die Pflanze einnimmst, bedeutet es nicht, dass du automatisch von all deinen Krankheiten befreit bist, doch du kannst sie als Begleitmittel nutzen und um dich wieder mit der Natur zu verbinden.
Da ich für Eigenverantwortung bin, wünsche ich mir, dass ihr euch selbst informiert, wenn ihr eine Pflanze einnehmen wollt, und nicht nur auf diesen Beitrag vertraut, sondern euren eigenen Weg findet mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Dann wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Reise mit der Natur :)
charlissy
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