MEHR BIODIVESITÄT IM SIEDLUNGSRAUM - Lebensraum Käferburg

Published on HivePostify by @lukasbachofner · Sun Sep 06 2026

Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt der Lebensräume in städtischen und ländlichen Gebieten. Zahlreiche Wildtierarten können auch in bebauten Gebieten überleben, sofern geeignete Lebensräume geschaffen und erhalten werden. Städtische Gebiete bieten daher erhebliche Möglichkeiten für den Artenschutz und die Förderung der ökologischen Vielfalt.

Die Förderung der Biodiversität in städtischen Gebieten hat viele Vorteile: Sie verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung, erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und liefert wichtige Ökosystemleistungen wie Kühlung, Luftreinigung und Lebensräume für Tiere. Gerade in Städten, die aufgrund des sogenannten Wärmeinseleffekts einer stärkeren Erwärmung ausgesetzt sind, tragen vielfältige Grünflächen dazu bei, das Mikroklima zu verbessern und klimaresistente Pflanzenbestände zu fördern.

Zu den wichtigsten Strategien gehören die Erhaltung und Vernetzung wertvoller Lebensräume, beispielsweise durch Grünflächen, Naturgärten, Hecken, Baumgruppen oder unbefestigte Flächen. Darüber hinaus ist die gezielte Anpflanzung einheimischer Wildpflanzen, Sträucher und Bäume von entscheidender Bedeutung, die Lebensraum und Nahrung für Tiere bieten und an die lokalen Klima- und Bodenbedingungen angepasst sind. Insgesamt ist die Förderung der Biodiversität in städtischen Gebieten eine wichtige Maßnahme für den Naturschutz, die Anpassung an den Klimawandel und die Verbesserung der Lebensqualität. Sie ist eine Investition in eine artenreiche Zukunft.

LEBENSRAUM KÄFERBURG

(Foto 1)

Durch intensive Gartenpflege oder Bebauung verschwinden viele natürliche Lebensräume für Käfer. Alte Baumstämme oder Bodenstrukturen, die Käfer als Versteck nutzen können, werden seltener. Die Käferburg simuliert diese Rückzugsorte und bietet den Insekten Schutz vor Witterung und Fressfeinden. Sie bringt morsches Holz, Laub, Erde und Feuchtigkeit zusammen und daraus entsteht mit der Zeit ein kleiner Zersetzungsraum im Boden: Holz wird weich, Pilze siedeln sich an, Kleintiere ziehen ein.

ZIELE

- Förderung der Biodiversität und Vernetzung von Lebensräumen - Schutz von gefährdeten Tierarten (Frassfeinde, Verlust von Lebensraum, z.B. Asseln, Tausendfüssler, Spinnen, Pilze, Mikroorganismen) - Lebensraum für Eiablage, Larvenentwicklung und Überwinterung bieten - Ersatz für fehlendes Totholz in Gärten und Siedlungen schaffen - Unterstützung natürlicher Schädlingskontrolle durch angesiedelte Nützlinge

STANDORT

(Abb 1)

Der Standort kann das Mikroklima (Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Besiedlung durch Tiere/Pflanzen) in der Käferburg beeinflussen. Viele Käferarten stellen unterschiedliche Anforderungen an ihren Lebensraum. Der Standort sollte windgeschützt an einer halbschattigen Lage mit Morgensonne in einem Naturgarten, in der Nähe von Bäumen oder einer Wildhecke sein. In der vollen Sonne besteht die Gefahr der Austrocknung. Die Käferburg darf nicht auf Stein, Vlies oder Beton gebaut werden. Der direkte Kontakt zum gewachsenen Mutterboden ist zwingend notwendig, damit die Larven in die Erde wandern können.

ANSICHTSPLAN KÄFERBURG

(Abb 2)

MATERIAL UND WERKZEUGE

MATERIAL

Für den Bau einer Käferburg werden ausschliesslich naturbelassene Materialien eingesetzt. Kein behandeltes Holz, Kunststoff oder Betonabbruch verwenden. Es werden einheimische Laubhölzer empfohlen (Eiche, Buche, Ahorn Birke etc.)

- Strukturgerüst - Stammstücke, dickere Äste, Morsches Holz, Wurzelstock, Ø 8-40 cm, ca. 6 -10 Stk, (aus dem Garten)

- Füllmaterial - dünne, feine Äste, Laub, Gartenerde (aus dem Garten), Hanf-Mulch, Wildbienen-Sand (Fachhandel) Natursteine/Bollensteine

- Drainage - Wandkies 15/30, ca. 100l, ca. 10 cm Schichtstärke gegen Staunässe (lokales Kieswerk Zürcher Oberland)

- Einfassung - Bollensteine, Gartensteine 200/300, ca 30 Stück (lokales Kieswerk Zürcher Oberland)

Mit dem Wildbienen-Sand können Lücken an der Oberfläche gefüllt werden, um Lebensräume für Wildbienen zu schaffen

WERKZEUGE

(Abb 3)

- Spaten, Schaufel, Rechen - Zum Ausheben der Grube der Käferburg

- Schubkarre - zum Transportieren von Erde und Material

- Astschere, Handsäge, Motorsäge (nur mit entsprechender Erfahrung und Schutzausrüstung) - zum Schneiden von Ästen und frischem Holz

- Meter - Zum Ausmessen der Dimensionen der Käferburg

- Arbeitshandschuhe - Zum Schutz der Hände

BAU EINER KÄFERBURG

| | | |-|-| |(Foto 2)|1.STANDORT - Als Standort wurde ein halbschattiger, windgeschützter Ort in der Nähe von Bäumen und Sträuchern gewählt. In der vollen Sonne bestünde die Gefahr der Austrocknung.| |2.VORBEREITUNG - Zunächst wurde auf einer Fläche von einem Quadratmeter Pflanzen und Bodendecker entfernt, um ein schnelles Überwachsen der Käferburg zu drosseln.|(Foto 3) |(Foto 4)|3.GRABARBEITEN - Die Käferburg darf nicht auf Stein, Vlies oder Beton gebaut werden. Der direkte Kontakt zum gewachsenen Mutterboden ist zwingend notwendig, damit die Larven in die Erde wandern können. Dazu eignet sich der vorgefundene lockere, durchlässige Waldboden gut.| |4.DRAINAGE - Als Drainage wurde zuerst ca. 10 cm Wandkies eingebaut. Bei der Auswahl des Materials (ca. 100l von Hand aufgeladen) wurde auf eher steiniges Wandkies geachtet, um das Abfliessen von Wasser zu garantieren. Eine ständig nasse Grube ist für viele Totholzbewohner ungeeignet.|(Foto 5)| |(Foto 6)(Foto 7) |5.STRUKTUR - Danach wurden die dicksten, grössten Stammstücke und Äste aufrecht in die ausgehobene Grube gestellt. Teilweise grub man die Hölzer in das Wandkies der Drainageschicht ein, um bereits eine gewisse Stabilität der Käferburg zu erlangen. Die Stämme und dickeren Äste bilden die Struktur der Burg. Durch unterschiedliche Durchmesser und Zersetzungsgrade entstehen verschiedene Hohlräume, Feuchtigkeitszonen und Schutzräume, was die Artenvielfalt erhöht. Sie bieten Nahrung, Brutplätze, Schutz und unterschiedliche Klimabedingungen. Damit die verschiedenen Kleintiere einen guten Zugang zur Käferburg haben, ragen die Stämme und dickeren Äste ein wenig aus dem Mutterboden.(Foto 8)| |6 STABILITÄT Anschliessend wurden die Käferburg ein erstes Mal mit Füllmaterial (Laub, Gartenerde, feine Zweige, Hanf-mulch) befüllt. Dazu wurden die Materialien vermischt und in den durch die groben Hölzer entstandene Zwischenräume gestopft .Das Füllmaterial aus Laub, Erde, Holzschnitzeln oder Sägemehl stabilisiert die Holzstücke und verhindert, dass die Käferburg mit der Zeit zusammensackt oder ihre Form verliert. Gleichzeitig hält es Feuchtigkeit, fördert die langsame Zersetzung und sorgt dafür, dass sich nach und nach Mulm bildet. Anschliessend wurden die Käferburg ein erstes Mal mit Füllmaterial (Laub, Gartenerde, feine Zweige, Hanfmulch) befüllt. Dazu wurden die Materialien vermischt und in den durch die groben Hölzer. TIPP: Zu starkes Verdichten würde dem Inneren Luft nehmen und das Mikroklima ärmer machen.|(Foto 9)(Foto 10)| |(Foto 11)(Abb 4)(Foto 12)|7 SCHICHTUNG Nach dem ersten Befüllen der Käferburg wurden weiter dickere und feinere Äste senkrecht und waagerecht in die Käferburg gelegt. Zur besseren Stabilität können sie mit den Stämmen und dickeren Äste verzahnt werden. Auch wurden einige Gartensteine und ein bereits etwas moschen Wurzelstock in die Käferburg gelegt. Die entstanden Hohlräume sind der eigentliche Nutzraum der Käferburg. Sie bieten Verstecke, Rückzugsorte und Entwicklungsräume für Käferlarven andere Kleintiere. Darin entstehen unterschiedliche Bedingungen: manche Bereiche sind luftiger und trockener, andere geschützter und feuchter. Gerade diese Vielfalt ist wichtig, weil nicht alle Arten dasselbe brauchen. Einige nutzen enge Spalten als Unterschlupf, andere brauchen lockere Räume oder feuchte Zonen für die Entwicklung ihrer Larven. Hohlräume sind also nicht „Leerraum“, sondern funktionaler Lebensraum. Sie bieten Verstecke, Rückzugsorte und Entwicklungsräume für Käferlarven andere Kleintiere. Darin entstehen unterschiedliche Bedingungen: manche Bereiche sind luftiger und trockener, andere geschützter und feuchter. Gerade diese Vielfalt ist wichtig, weil nicht alle Arten dasselbe brauchen. Einige nutzen enge Spalten als Unterschlupf, andere brauchen lockere Räume oder feuchte Zonen für die Entwicklung ihrer Larven. Hohlräume sind also nicht „Leerraum“, sondern funktionaler Lebensraum. Diese Zwischenräume wurden laufend mit dem Füllmaterial befüllt. Ohne Füllmaterial würden die Stammstücke mit der Zeit verrutschen oder Hohlräume würden zu groß und instabil werden. Die Mischung sollte locker genug bleiben, damit Luft und Feuchtigkeit zirkulieren können. Zu festes Verdichten wäre ungünstig, weil dann die Struktur „erstickt“ und weniger Mikroklima entsteht. Zu locker wiederum würde das Ganze schnell absacken. Deshalb arbeitet man meist schichtweise: etwas Füllmaterial einbringen, leicht andrücken, wieder Holz einsetzen, wieder auffüllen. Laub und Holzschnitzel sind hier besonders nützlich, weil sie nach und nach verrotten und dabei das Innere organisch weiterentwickeln. Gartenerde verbindet die Schichten, speichert Feuchtigkeit und hilft, dass alles zusammenhält. Zusammen entsteht dadurch ein wechselndes Gefüge aus lockeren, feuchten, trockeneren und kompakten Bereichen.| |8 EINFASSUNG Während dem Fertigstellen der Käferburg, wurde diese mit Bollensteinen eingefasst. Eine Einfassung aus Bollensteinen bei einer Käferburg stabilisiert die Anlage, hält Erde und lockeres Material zusammen und schafft zugleich einen sauberen Übergang zum Garten. Eine steinerne Einfassung kann die Struktur sichern und die Bauweise langlebiger machen. Die Steine wirken als natürliche, robuste Randbegrenzung und verhindern, dass das Material seitlich ausläuft oder verrutscht. (Foto 13)|(Foto 14) Eine Käferburg soll verschiedene Kleinlebensräume bieten, von eher trockenen bis eher feuchte Bereiche, damit mehr Arten sie nutzen können. Die Steineinfassung schafft dabei einen stabilen Aussenrand, ohne den eigentlichen Innenraum aus Totholz zu ersetzen. Die Einfassung ist nicht zwingend, aber hilfreich für Haltbarkeit und Pflege.|

9 ABSCHLUSS (Foto 15/16)

PFLEGE

- Lebensraum möglichst stabil, feucht genug und ungestört zu erhalten. Sie funktioniert gerade deshalb, weil Holz langsam verrottet sich daraus über Jahre verschiedene Mikrohabitate bilden

- Eine gute Käferburg hat meist einen leicht feuchten Kern, während die Aussenzone eher trockener sein darf.

- Wichtigstes Pflegeelement ist das Nachfüllen mit dem Füllmaterial. Mit der Zeit zersetzen sich Laub, Holzschnitzel und feine Holzreste, sinken zusammen und verschwinden im Boden. Dann können Hohlräume zu gross werden oder die Struktur Verliert an Halt. In so einem Fall ergänzt man von oben oder an den Seiten vorsichtig trockenes Laub, etwas Holzhäcksel, feine Äste oder lockere Gartenerde

- Falls der Standort im Sommer stark austrocknet, kann die umgebende Bepflanzung helfen: Stauden, Wildblumen, Gräser oder halbhohe Kräuter spenden Schatten und bremsen die Verdunstung

- stark wuchernde Arten, die Zugänge blockieren, die Burg unter Druck setzen oder die Oberfläche komplett abschliessen, entfernen

- Veränderung ist normal und sogar erwünscht. Pflege bedeutet hier nicht Verschönerung, sondern das Verhindern von Funktionsverlust.

KURZ : wenig anfassen, Stabilität prüfen, Feuchtigkeit im Blick behalten, Material vorsichtig ergänzen und den Lebensraum ansonsten sich selbst überlassen.

„Uniformität ist nicht der Weg der Natur; Vielfalt ist der Weg der Natur.“ Vandana Shiva

Bilder

(Foto 1) - Käferburg, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 2) - Standort, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 3) - Vorbereitung, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 4) - Grabarbeiten, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 5) - Unterste Schicht Drainage mit Kies, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 6) - Grosse Hölzer im Kies fixiert, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 7) - Grosse Hölzer im Kies fixiert, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 8) - Verkeilung der dickeren Äste, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 9) - Erste Schicht mit Füllmaterial, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 10)- Füllmaterial- Gemisch aus Hanfmulch, Laub, Gartenerde, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 11)- Weiterer Aufbau, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 12)- Gartenstein als Platzhalter, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 13)- Ansicht Käferburg mit angefangener Einfassung, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 14)- Einfassung mit Bollensteinen, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026 (Foto 15/16)- Ansichten der fertiggestellten Käferburg, Lukas Bachofner, Samsung Galaxy S23 Ultra, 2026

Abbildungen

(Abb 1) Grafik zu Standort Käferburg, erstellt mit KI - Chatgpt, 2026 (Abb 2) Ansichtsplan Käferburg in Farbe, erstellt mit KI2 - Chatgpt, 2026 (Abb 3) Auswahl Werkzeug, erstellt mit KI - Perplexity, 2026 (Abb 4) Lebensraum Käferburg, erstellt mit KI - Perplexity, 2026

>> AUTHOR/PHOTOGRAPHER : Lukas Bachofner >> INSTAGRAM : [lukasbachofnerfoto](https://www.instagram.com/lukasbachofnerfoto/)

|KAMERA|Nikon|D5600| |-|-|-| |LENS|AF-S Nikkor|18-140mm| | | |DX VR 1:35-56 GED| ||AF-S Nikkor|55-300mm| |||DX VR 1:4.5-5.6 GED| |SMARTPHONE|Xiaomi|Note 10 Pro| ||Samsung Galaxy|S23 Ultra| |PICTURE EDITING|Snapseed|Android App|

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