Im ältesten Naturpark Österreichs

Published on HivePostify by @stayoutoftherz · Sun Sep 06 2026

Liebe Leser, unlängst war ich im [Naturpark Sparbach](https://www.naturpark-sparbach.at/) im Wienerwald bei Mödling, südwestlich von Wien.

1808 wurde das Gebiet von Fürst Johann I. von Liechtenstein gekauft und ein Landschaftspark und Tiergarten im Geist der Romantik angelegt (z.B. mit einer Fake-Burgruine). Nach Ende des 2.Weltkriegs war er großteils zerstört und der Wildbestand dezimiert. Der 420ha große Naturpark wurde im Jahr 1962 mit modernem Konzept neu eröffnet. Er wird bis heute privat von den Liechtensteins geführt.

Ca. 2/3 der Fläche sind heute Wildschutzgebiet und dürfen nicht betreten werden, es bleibt aber genügend Platz für die Besucher. Rund um ca. 28 km Wanderwege finden sich Tiergehege (Rehe, Ziegen, Schafe,...), Wälder, Wiesen, ökologische Lehrpfade und auch freilaufende Wildschweine.

Übrigens, Nationalparks sind etwas anderes als Naturparks. Es gibt 6 in Österreich (z.B. Hohe Tauern, Donau-Auen, [Kalkalpen](https://peakd.com/hive-121566/@stayoutoftherz/im-nationalpark-kalkalpen)) und dort müssen 75% der Fläche Naturzone sein, die landwirtschaftliche Nutzung ist stark eingeschränkt und der Mensch ist nur geduldeter Gast. Naturparks dagegen gibt es ca. 50 in Österreich und sie dienen vor allem dem Schutz, der Erholung, der Bildung und auch der Regionalentwicklung. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus sind in Naturparks erlaubt, sollen aber nachhaltig sein.

Es gibt auch einen kleinen Teich.

Neben fetten Karpfen und anderen Fischen findet sich darin dieses Zitat eines Gedichts des größten Lyrikers Österreichs im 19. Jhd., [Nikolaus Lenau](https://de.wikipedia.org/wiki/NikolausLenau) (1802-1850).

Dieses schwarze Lamm scheint sich recht wohl zu fühlen. Vermutlich ein Bretonisches Zwergschaf.

Neben der künstlich angelegten Burgruine, das sog. Köhlerhaus (zu dem raufzusteigen mir an dem Tag zu heiß war) gibt es auch eine echte Ruine, die der Burg Johannstein, über deren Geschichte relativ wenig bekannt ist. Sie hatte wohl zum Verteidigungsgürtel des Wienerwaldes gehört, aber ihre Besitzer waren keine bedeutenden Adeligen, mehr darüber [hier](https://www.burgen-austria.com/archive.php?id=466).

Sie ist vom Wald ziemlich überwuchert.

Eine Gedenktafel verrät, dass hier [Ferdinand Raimund](https://de.wikipedia.org/wiki/FerdinandRaimund) 1828 sein Zaubermärchen [Der Alpenkönig und der Menschenfeind](https://de.wikipedia.org/wiki/DerAlpenk%C3%B6nigundderMenschenfeind) vollendet hatte.

Aussicht auf das Parkgelände vom Inneren der Ruine.

Ein schon etwas betagter [Mistkäfer](https://de.wikipedia.org/wiki/Mistk%C3%A4fer)

Ein [Kaisermantel](https://de.wikipedia.org/wiki/Kaisermantel) an einer Brombeerblüte.

Der dornenreiche [Feld-Mannstreu](https://de.wikipedia.org/wiki/Feld-Mannstreu) ist ein "Xerophyt" (er mag es gerne sehr trocken) und bei uns eher selten, daher ist er besonders geschützt.

Eine riesige Wald-Kiefer (auch Rotföhre genannt)! Sie ist der Freund der Förster (weil sie so anspruchslos ist) und in Deutschland mit ca. 22% der häufigste Baum, knapp vor der Fichte (die in Österreich und der Schweiz klar vorne ist (wegen der vielen Berge), gefolgt von der Buche). Im Wienerwald kommen Wald-Kiefern nicht sehr oft vor, da dominieren Eichen und Buchen.

Das "Jäger-Bründl" war an diesem Tag leider versiegt.

Das Highlight waren aber zweifellos die Wildschweine, die ich erst am Ende meiner Wanderung zu Gesicht bekam. Mit ihrer Mutter (der "Bache") streifte eine Rotte von Frischlingen umher auf Nahrungssuche - ein sehr putziger Anblick! Dabei scheuten sie sich auch nicht, den Weg zu überqueren, auf dem einige Besucher (und auch Kinder) waren, die sich nicht alle an das Gebot hielten, sich den Wildtieren gegenüber ruhig zu verhalten. Das ansonsten scheue Schwarzwild ist die Menschen hier aber offenbar gewöhnt und weiß, dass von ihnen keine Gefahr droht.

In der Nähe war ein Keiler bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Reiben an einem Baum (in der Jägersprache "malen" genannt), um lästige Parasiten loszuwerden.

Auf mehreren Schautafeln erfährt man so einiges über diese nützlichen und erstaunlich intelligenten Waldbewohner.

Apropos Schautafeln, mein einziger Kritikpunkt ist eine penetrante Belehrung der Besucher hinsichtlich ihres CO 2 -Verbrauchs. Diese verblendete Fixierung auf CO 2 und das faktenbefreite Einreden von schlechtem Gewissen nerven einfach nur.

Trotzdem kann ich einen Besuch des Naturpark Sparbach bedingungslos empfehlen!

Naturpark Sparbach: A-2393 Sparbach 6 Geöffnet (2026): 28.März bis 8.Nov., täglich von 9-18h Tickets: Erwachsene 9,50€, Kinder (5-15 Jahre) 6€ Hunde, E-Scooter und Fahrräder sind nicht erlaubt https://www.naturpark-sparbach.at/

All pics by @stayoutoftherz

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[//]:(!worldmappin 48.077172 lat 16.186313 long Naturpark Sparbach d3scr)

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