Vielleicht ist das Universum in mir

Published on HivePostify by @vanje · Sun Jun 07 2026

Neulich hörte ich einen Podcast über den Neurowissenschaftler [Karl Pribram](https://www.karlpribram.com/), den manche als den „Einstein der Gehirnforschung“ bezeichnen. Seine Ideen über ein holografisches Gedächtnis faszinierten mich. Die Vorstellung, dass Erinnerungen nicht an einem einzelnen Ort gespeichert sind, sondern verteilt wie Informationen in einem Hologramm, ließ mich nicht mehr los.

Dabei blieb es nicht. Während ich zuhörte, entstanden die typischen Verbindungen in meinem Kopf.

Wenn unser Gehirn die Realität konstruiert, was genau erleben wir dann eigentlich? Wenn Erinnerungen nicht einfach abgelegt, sondern rekonstruiert werden, was bedeutet das für unser Bild von uns selbst? Und wenn das Universum nur als Modell in unserem Bewusstsein erscheint, ist dann vielleicht nicht nur das Gehirn im Universum, sondern auch das Universum im Gehirn?

Ein Satz aus dem Podcast blieb hängen:

„Vielleicht bin ich nicht im Universum, vielleicht ist das Universum in mir.“

Früher hätte ich solche Gedanken vermutlich schnell wieder zur Seite geschoben. Heute beschäftige ich mich häufiger damit. Vielleicht auch deshalb, weil ich seit einigen Jahren selbst erlebt habe, wie fragil Gedächtnis, Denken und Bewusstsein sein können.

Nach meiner Erkrankung 2019 verlor ich etwas, das für mich immer selbstverständlich gewesen war: den mühelosen Zugriff auf Gedanken, Zusammenhänge und Erinnerungen. Vieles kam zurück, manches langsamer als erhofft, manches anders als zuvor. Vielleicht ist genau deshalb mein Interesse an solchen Themen gewachsen.

Ich suche dabei keine endgültigen Antworten. Eher versuche ich zu verstehen, wie wir Menschen Informationen speichern, verarbeiten und wiederfinden. Vielleicht erkläre ich mir dadurch auch ein Stück weit mich selbst.

Am Ende führte mich ein Podcast über Gehirnforschung zu Gedanken über Bewusstsein, Erinnerung, KI, Identität und die Frage, was Realität eigentlich ist.

Und wahrscheinlich zeigt genau das, wie mein Gehirn arbeitet: Ein Gedanke bleibt selten allein. Er zieht Fäden zu anderen Gedanken, bis aus einem Thema plötzlich viele werden.

Manchmal ist das anstrengend.

Manchmal ist es aber auch eine spannende Reise.

Inspiriert durch einen Podcast über Karl Pribram und seine Holonomic Brain Theory. >Karl Pribram beschäftigte sich mit der Frage, warum Erinnerungen im Gehirn offenbar nicht an einem einzigen Ort gespeichert sind. Seine daraus entwickelte Holonomic Brain Theory verglich die Speicherung von Erinnerungen mit einem Hologramm, in dem jede Region Informationen über das Ganze enthält.

Weiterführend/Archiv: https://www.karlpribram.com/ Interview: [The Holographic Brain (excerpt) - Interview by Dr. Jeffrey Mishlove (5:44min)](https://youtu.be/vHpTYs6GJhQ?si=s6BBe492t132MEcL)

Picture: OpenAI, @vanje

Tags: #deutsch#thoughts#philosophy#consciousness#neuroscience#psychology

View full post on HivePostify →

Join HivePostify — Pakistan's First Web3 Platform →